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Sozialkunde / Politik, 5./6. Schuljahr, 7./8. Schuljahr, 9./10. Schuljahr, Oberstufe, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Gymnasium, Andere Schulart

Politikunterricht

Politikunterricht
Herausgegeben von Peter Massing und Achour Sabine
Erschienen Schwalbach/Ts.: Wochenschau, 2016
Seitenanzahl 74
ISSN 2190-3611
Geeignet für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen
Rezensiert von Lehmann, Rocco (Lehrer), 2. November 2016
Reihe Wochenschau

Rezension von Lehmann, Rocco (Lehrer)


Einleitung
In dieser Sonderausgabe des Wochenschau-Verlages werden unterschiedliche aktuelle Diskussionen und Themen im Feld der politischen Bildung aufgegriffen und von einem Autorenkollektiv kurz und prägnant dargestellt.

Überblick über Inhalte und Zielgruppe
Dieses Heft zielt insbesondere auf die Gruppe der Lehrenden, Referendaren und Studierenden, die sich einen Überblick über unterschiedliche Aspekte politischer Bildung verschaffen möchten.
In neun Abschnitten werden diese folgenden Themen aufgegriffen:

1)     Was heißt „guter“ Politikunterricht?

2)     Kollegiales Coaching in der Schule?

3)     Inklusion und Urteilsbildung im Politikunterricht?

4)     Salafisten im Klassenzimmer?

5)     Wirtschaft unterrichten mit oder ohne Politik?

6)     (Wie) Lässt sich Bildung für nachhaltige Entwicklung in den Politikunterricht integrieren?

7)     Bilingualer Politikunterricht und Rassismuskritik

8)     Das Fach Gesellschaftswissenschaften

9)     Politikunterricht in der Mediengesellschaft

Alle Texte sind zwischen 6 bis 8 Seiten lang.
Der erste Abschnitt führt allgemein in die Thematik ein und stellt die nachfolgenden Kapitel mit knappen Worten vor. Im zweiten Artikel wird über die Vorteile des kollegialen Coaching debattiert. Vorgestellt wird an dieser Stelle der Content-Focused-Coaching-Ansatz von KREIS und STRAUB. Interessierte können anhand dieses Kapitels selbst so einen Coachingprozess an ihrer Einrichtung initialisieren und durch das kooperative Handeln Lernzuwächse erlangen. Neben dem originären Text werden einem hier unter anderem eine kurze Ablaufskizze und die Aufschlüsselung der Lernschritte beziehungsweise die Unterrichtssegmente einer Politikstunde tabellarisch und übersichtlich dargeboten. Außerdem werden für das Coachinggespräch Fragenkärtchen kopierfertig bereitgestellt.
Das dritte Kapitel widmet sich der Inklusion im Zusammenspiel mit Politikunterricht. Die Darstellung erfolgt hier an einer erstellten und durchgeführten Unterrichtssequenz, die diese Bedingungen aufgreift und umsetzt(e). Es werden auch Ansprüche an binnendifferenzierte Arbeitsmaterialien formuliert. Beispielsweise liegenverschiedene, binnendifferenzierte Gesetztestexte, Argumentationskarten und das Tafelschaubild vor.

Im vierten Kapitel setzt sich die Autorin mit „Inklusion und Urteilsbildung im Politikunterricht“ auseinander. Aktuell ist dieser Abschnitt definitiv, da die Rufe nach einer inklusiven Schule und damit auch im Politikunterricht, von vielen Seiten kommen. Aufgezeigt wird hier, wie inklusiver Politikunterricht ablaufen kann. Exemplarisch wird hier eine Unterrichtsplanung eines studentischen Unterrichtsprojektes mitsamt der verwendeten Materialien besprochen.
Jochen Müller gibt im nächsten Abschnitt „Hinweise zum Umgang mit religionsbezogenen Konflikten in der Schule“. Diese lassen sich auch für andere Themengebiete, die Konfliktpotential in sich tragen, adaptieren.

Birgit Weber widmet sich dann der Frage, ob „Wirtschaft [...] mit oder ohne Politik?“ unterrichtet werden sollte. Interessant ist hierbei besonders die tabellarische Darstellung des Politik- und Wirtschaftsunterrichtes in den unterschiedlichen Schulformen nach den verschiedenen Bundesländern sortiert.
Auch die Thematik „Nachhaltigkeit“ findet in dem vorliegenden Heft des Wochenschau-Verlages Platz.
Katharina Röll-Berge erörtert, in wie weit diese in den Politikunterricht integriert werden kann. Sie plädiert für die inhaltliche Verankerung der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den Politikunterricht, gerade auch weil diese Debatte aktuell wie sonst kaum ein Thema ist.
Des Weiteren wird von Brüning und Berg ein Plädoyer für den bilingualen Politikunterricht gehalten. Auch hier wird mit Auszügen einer Unterrichtsreihe, hier zum Thema Flüchtlingspolitik, gearbeitet. Neben der Vermittlung von Sachkenntnissen hat hier, laut der Autorinnen, die Übernahme von alternativen Perspektiven einen großen Anteil am Wissenszuwachs der Lernenden.
Wenzel wirft die Frage auf, ob „Das Fach Gesellschaftswissenschaften – ein[en] Gewinn für die Politische Bildung?“ darstellt. Aufgrund der Verabschiedung eines neuen Rahmenlehrplanes in Berlin und Brandenburg wurde dieses neue Fach dort in den Klassen 5 und 6 eingeführt. Ob der Leser ihrer Argumentation folgt, soll ein jeder beim Lesen für sich selbst ausmachen, denn ngativ fällt an dieser Stelle auf, dass der Fokus zu sehr auf die Vorteile gelegt und keine Nachteile, bis auf die fehlende Fachlehrerausbildung, aufgewogen werden. Auch hier wird wieder ein praktisches Unterrichtsbeispieles als Beispiel herangezogen.

Das letzte Kapitel greift den „Politikunterricht in der Medienlandschaft“ auf und bietet zum Einen einen aktuellen Überblick über die derzeit verwendeten sozialen Medien sowie Tendenzen und Entwicklungen in der Medienlandschaft. Zum Anderen gibt der Autor noch sechs aktuelle und weiterführende Literaturtipps an die Hand. Ob jedoch der von ihm ausgemachte Trend, dass die Jugendlichen wieder vermehrt Radio an stationären Geräten hören, der Wirklichkeit entspricht, kann der Autor dieser Rezension aus eigener Erfahrung im Umgang mit Jugendlichen nicht bestätigen.

Überblick über Konzept, Gestaltung und Aufbau
Leser, die mit dem Konzept des Wochenschau-Heftes vertraut sind, werden sich heimisch fühlen, da die Gestaltung auf Bewährtes zurückgreift. Für neue Leser ist die Systematik leicht verständlich. Mit Farbe wird im Allgemeinen sparsam umgegangen – aus dem Heft „schreit“ nichts entgegen und die Gestaltung ist gut gelungen.

Texte, Materialien sowie Methoden- und Arbeitsvorschläge
Neben den Autorentexten, gibt es weiterführende Literaturtipps oder auch Weblinks für den interessierten Leser, Werbung für weitere Bücher aus dem Wochenschauverlag und die ein oder andere Tabelle, Grafik oder Kopiervorlage.

Besonderheiten
Dieses Heft widmet sich dem Politikunterricht im Allgemeinen und nicht einer speziellen inhaltlichen Thematik, wie es sonst bei diesen Heften üblich ist.

Fazit Das Wochenschau-Heft „Politikunterricht“ bietet dem Politiklehrer, oder wie auch immer dieses Fach in dem jeweiligen Bundesland genannt wird, einen guten Überblick über aktuelle Debatten, die in der Didaktik des Faches geführt werden. Der Leser kann sich dank der vielen Links und Literaturtipps noch vertiefend informieren.