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Geschichte, 9./10. Schuljahr, Oberstufe, Gesamtschule, Gymnasium, Andere Schulart

Connect... History for bilingual Classes

Connect... History for bilingual Classes
Herausgegeben von Faßbender, Iris und Collete Granvillano
Erschienen Paderborn: Schöningh, 2014
Seitenanzahl 328
ISBN 978-3-14-024719-1
Geeignet für Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
Rezensiert von Nellen, Jörg (Lehrer), 20. Oktober 2015

Rezension von Nellen, Jörg (Lehrer)


What's it all about
Connect wendet sich an bilinguale Geschichtslernende der Einführungsphase (10. oder 11. Jahrgangsstufe) der gymnasialen Oberstufe in allen Schulformen. Die drei Themenfelder – Being Different, Islamic and Christian Encounters und Human Rights – entsprechen den Inhaltsfeldern 1 bis 3 des 2014 in Kraft getretenen nordrhein-westfälischen Kernlehrplanes,[1] sind aber auch (in Auszügen) in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein verwendbar.
Die Inhalte werden von einem methodischen Anhang (appendix) ergänzt, der eine Erläuterung der Kompetenzen (key skills), nach geschichtswissenschaftlichen Methoden geordnetes Vokabular (language support) und beispielhaft gelöste Examensaufgaben (model solutions) sowie ein Glossar und ein Stichwortverzeichnis enthält. Band 2 wird auf 630 Seiten die restlichen Inhaltsfelder der Qualifikationsphase (11./12./ggf. 13. Jahrgangsstufe) abdecken. Lehrerbände und passende digitale Lernmaterialien (BiBox) sind in Vorbereitung.

Konzept

Das Lehrwerk basiert auf den von der KMK beschlossenen output-orientierten Bildungsstandards, die in drei Anforderungsbereichen (AFB I Reproduktion, AFB II Transfer und Anwendung, AFB III Problematisierung, eigenes Weiterdenken) als Kompetenzen (Sach?, Methoden?, Urteils- und Handlungskompetenz, dazu interkulturelle Kompetenz und bilinguale Diskurskompetenz) operationalisierbar und messbar vermittelt werden sollen. Damit wird das (bundesweite) Zentralabitur vorbereitet.

Die erfahrenen Schulbuchautorinnen Iris Faßbender (PH Freiburg, Bili-Lehrerin an einem Gymnasium, Expertin für task-based language learning) und Colette Granvillano folgen methodisch dieser aktuellen Kompetenzorientierung. Dazu werden Operatoren (S. 287ff.) sinnvoll bereitgestellt und die Anforderungsbereiche I-III in den vorbereitenden (pre-tasks), den eigentlichen (tasks) und den nachbereitenden Aufgaben (post-tasks) in den Aufgabenapparaten zu jeder Quelle abgedeckt.

Aufbau
Auftaktdoppelseiten mit Themenliste, Bildquellen und Zeitleiste führen in jeden der drei Themenbereiche des Lehrbuches ein (S. 8f., 84f., 184f.). Sie aktivieren Vorwissen und Fragehaltungen (historische Fragekompetenz). Kapitelspezifische Tabellen (S. 10, 86f., 186f.) entlasten die folgenden darstellenden Texte hinsichtlich historischer Eckdaten und Vokabular. Diese bieten Hintergrundwissen und bauen thematisches Vokabular auf, welches durch Schlüsselbegriffe in der Randspalte pointiert wird.

Annotierte Quellen (mit Zeilenzählung) können mit einem breiten Aufgabenspektrum erarbeitet werden, das kompetenzorientiertes Lernen fördert. Die titelgebende Rubrik Connect with bietet die vertiefende Auseinandersetzung mit Biografien an. Ausführliche Verweise auf Quellen (sources) erleichtern die Vernetzung von darstellendem Text und Quellen. Englisch-deutsche Vokabellisten zu jedem Thema leisten wertvolle sprachliche Hilfestellungen, Klausurübungen ermöglichen zielorientierte Prüfungsvorbereitung und Kompetenzen sowie historische Fachmethoden nebst Vokabular runden ein bewusstes, kompetenzorientiertes Lernangebot ab.

Quellen
Die umfangreiche Quellenauswahl ist ansprechend (z. B. zum Hollywood-Film, S. 30), thematisch auf das Land der Zielsprache ausgerichtet (z. B. Liverpool, S. 24ff.) und multiperspektivisch. Bildquellen und historische Karten sind im darstellenden Text illustrierend eingesetzt (mit Bildunterschriften), wobei historistische Darstellungen der genauen Analyse bedürften (S. 95f.) und Rekonstruktionen als solche gekennzeichnet sein sollten ("A Roman fortification", S. 14 ist die Porta Praetoria der Saalburg).

Bilinguale (Diskurs-)Kompetenz
Der Anspruch der Bilingualität wird durch rein englischsprachige darstellende Texte und überwiegend englischsprachige, aber auch deutsche und französische Quellen abgedeckt. Auch der Methodenteil ist auf Englisch. Das ermöglicht Lernenden und Lehrenden einen immersiven Geschichtsunterricht in der Fremdsprache. Ein umfangreiches englisch-deutsches Vokabelangebot erleichtert den Zugang zu den Texten.

Fazit
Für drei Wochenstunden (ca. 100 Stunden im Schuljahr) bietet Connect ... Band 1 ein sportliches Angebot. Nur mit einem selektiven Vorgehen wird man die fragile Balance zwischen Anspruch und Wirklichkeit des Geschichtsunterrichts aufrechterhalten können. Erleichtert wird dies durch eine ansprechende Quellenauswahl, verständliche darstellende Texte und ein breites Angebot an sprachlichen und methodischen Hilfen. Durchaus empfehlenswert.


[1] www.schulentwicklung.nrw.de/lehrplaene/upload/klp_SII/ge/KLP_GOSt_Geschichte.pdf, aufgerufen am 20.08.2015.


Lizenz: CC BY-ND 4.0 Lizenz „Namensnennung – Keine Bearbeitungen 4.0 International“ (CC BY-ND 4.0)


Info Zitation Nellen, Jörg. Rezension zu: Connect... History for bilingual Classes von Faßbender, Iris und Collete Granvillano (Hg.). Paderborn: Schöningh 2014, ISBN 978-3-14-024719-1, Edumeres 2015, http://edu-reviews.edumeres.net/rezensionen/rezension/nellen-joerg-3/, zuletzt geprüft am 22.09.2019.