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Geschichte, Oberstufe, Gymnasium, Andere Schulart

Geschichte und Geschehen SekII

Geschichte und Geschehen SekII
Herausgegeben von Bender, Daniela et al.
Erschienen Stuttgart: Klett, 2005
Seitenanzahl 592
ISBN 978-3-12-430020-1
Geeignet für Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen, Thüringen
Rezensiert von Fichert, Martin (Lehrer), 1. August 2009
Reihe Geschichte und Geschehen

Rezension von Fichert, Martin (Lehrer)


Einleitung
Konkurrenz belebt das Geschäft - dies hat sich möglicherweise auch der Ernst Klett Verlag gedacht und ein hausinternes „Konkurrenzprodukt“ herausgebracht: Mit dem Themenband „Neuzeit“ ist in der Reihe „Geschichte und Geschehen für die Sekundarstufe II“ ein Werk erschienen, das als klare Alternative zum zumindest derzeit weiter erhältlichen „Band II“ dieser Reihe gesehen werden kann. Auf den ersten Blick besitzt das neuere Werk im Vergleich zu dem seit den 1990er Jahren erscheinenden Band zahlreiche Vorzüge. Zu einem deutlich günstigeren Preis bietet das Lehrwerk auf insgesamt fast 600 Seiten eine Vielzahl qualitativ hochwertiger, oft farbiger Abbildungen und wirkt allein hierdurch optisch ansprechend. Der feste Einband lässt weiterhin auf eine längere Haltbarkeit im Schulalltag hoffen. Noch [?] ist das Lehrwerk allerdings nicht für alle Bundesländer zugelassen.

Didaktisches Konzept
Die selbst gestellten Ansprüche der Verfasser sind durchaus ehrgeizig. So wird dem Leser bereits auf dem Einband versprochen, das Buch könne ihn u. a. in die Lage versetzen, sich mit den „wichtigen Entwicklungslinien der neuzeitlichen Geschichte […] auseinander zu setzen“, den „Aufstieg Chinas“ nachzuvollziehen sowie die Frage eines EU-Beitritts der Türkei und „neue, aktuelle Strömungen wie beispielsweise den feministischen Islam“ kompetent zu diskutieren. Weiterhin solle die Bedeutung der Vergangenheit „für die Gegenwart leicht und in spannender Form“ erschlossen werden. Zudem fördere dieses Buch auch noch die Methodenkompetenz.
Eine genauere Beschreibung von Zielsetzung, Aufbau und didaktischem Konzept enthält die zweiseitige Einführung „Das neue Buch auf einen Blick“, in der auch die verwendeten „Signets“ erläutert werden. Neben den traditionellen Bestandteilen Verfassertext, Materialteil, Arbeitsvorschlag sowie Zeitleiste wird besonders auf die Texte zur Methodenschulung verwiesen. Auf insgesamt elf Doppelseiten finden sich dort ausgewählte Methoden relativ anschaulich und ansprechend vorgestellt. Hierbei handelt es sich zum einen um Methoden wie die Arbeit mit Schaubildern, Karten oder Statistiken, die schwerpunktmäßig dem Bereich des inhaltlich-fachlichen Lernens zuzuordnen sind. Zum anderen werden Lernformen vorgestellt – beispielsweise die Moderationsmethode oder das Gruppenpuzzle -, die neben der reinen Stoffvermittlung auch der Förderung der kommunikativen und sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler dienen sollen. Es wäre jedoch wünschenswert gewesen, der Arbeit mit Textquellen ebenso eine eigene Rubrik zu widmen, da diese zwar zu den häufigsten Methoden im Unterricht gehört, Schülerinnen und Schülern dennoch oftmals Probleme bereitet. Weiterhin stellt sich die Frage, warum zwar die Erstellung von Verfassungsschaubildern als Methode thematisiert wird, derartige Schaubilder jedoch in den inhaltlichen Teilen kaum vorkommen. Hier wäre eine häufigere Verwendung, wie bei den zahlreichen und gut nutzbaren Karten, sinnvoll gewesen.
Im Aufbau den Methodenseiten ähnlich, finden sich fünf Doppelseiten zur Regionalgeschichte. Weiterhin werden die Rubriken „Standpunkte“ und „Geschichte erinnern“ vorgestellt, die anhand wissenschaftlicher Stellungnahmen oder aktueller Beispiele zu einer vertieften Auseinandersetzung mit historischen Themen anregen sollen.
Obwohl es sich bei „Geschichte und Geschehen“ um eine Ausgabe für Schüler handelt, bleibt beim einleitenden Kapitel phasenweise unklar, ob sich dieses an Schülerinnen und Schüler oder an Lehrkräfte wendet. Diese fehlende Eindeutigkeit findet sich leider gelegentlich auch in den thematischen Verfassertexten, beispielsweise bei der Beschreibung des möglichen Kompetenzerwerbs im Rahmen von Projektarbeiten sowie bei der Aussage, dass Schülerinnen und Schüler manchmal das Gefühl hätten, mit dem Thema Nationalsozialismus „genervt“ (S. 189) zu werden.
Das Buch enthält zahlreiche Statistiken, die jedoch nahezu ausschließlich in tabellarischer Form vorliegen. Hier wäre mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Dass bei dieser Vielzahl von Darstellungen keine Übersicht über die Ergebnisse der Bundestagswahlen vorliegt, ist zumindest verwunderlich. Auch fehlen an manchen Stellen wichtige Informationen zum Verständnis der Tabellen. Beispielsweise ist in einer Tabelle zu den Einnahmen und Ausgaben der öffentlichen Haushalte sowohl der Finanzierungssaldo als auch die Höhe der staatlichen Kreditaufnahme angegeben (Tabelle 8, Seite 354). Die (geringfügigen) Unterschiede zwischen diesen beiden Größen, die auf Besonderheiten der Finanzstatistik zurückzuführen sind, dürften bei den Schülerinnen und Schülern nicht selten zu Verwirrung führen. Zudem findet sich bei Tabelle 7 (gesamtwirtschaftliche Entwicklung) auf derselben Seite lediglich der Hinweis, die Angaben in der Tabelle seien Prozentwerte. Bei diesen Prozentwerten handelt es sich jedoch teilweise um Wachstumsraten und teilweise um Quoten, die zudem unterschiedliche Bezugsgrößen aufweisen (wesentlich besser ist dies in der ähnlichen Tabelle auf Seite 369 gelöst).

Inhalt
Das Buch gliedert sich in elf Kapitel, denen ein Glossar, ein Verzeichnis von Internetadressen, ein Personen- und Sachregister sowie ein Bildnachweis folgen. Die ersten beiden Kapitel beschäftigen sich mit der Französischen Revolution sowie der Industrialisierung in verschiedenen Ländern. Die drei folgenden Kapitel stellen schwerpunktmäßig die Entwicklungen von der beginnenden deutschen Nationalbewegung bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs dar. Das sechste Kapitel thematisiert den Ost-West-Konflikt, bevor das mit nahezu 120 Seiten umfangreichste Kapitel Entwicklungen „im geteilten und vereinten Deutschland“ beschreibt. Die Darstellung endet hier mit der exemplarischen Untersuchung der Beziehungen des vereinten Deutschlands zu seinen Nachbarländern Frankreich und Polen. Die letzen vier Kapitel behandelt die Themen „Der Islam in der Moderne“, „Die europäische Integration“, „Der Balkan als Konfliktherd“ und „Asien und Afrika - Aufstieg und Zerfall?“. Leider verzichten die Verfasser bei den Kapitelübergängen auf die weit verbreiteten Auftaktseiten. Um die Themen auch optisch deutlich voneinander abzugrenzen, wäre hier eine stärkere Zäsur wünschenswert.
Die Orientierung an den Lehrplänen ist an der starken Gewichtung der deutschen sowie der europäischen Geschichte erkennbar. Obwohl die Behandlung der Geschichte islamischer Staaten, Chinas und des Kongos durchaus interessante Einblicke vermittelt, fällt die Vernachlässigung der nordamerikanischen sowie der russischen bzw. sowjetischen Geschichte negativ auf, was die Verwendung des Buches besonders für Leistungskurse erschwert.
Positiv ist demgegenüber hervorzuheben, dass im Unterschied zum bisherigen Band II von Geschichte und Geschehen die Französische Revolution ausführlich thematisiert ist. Das Buch kann folglich – wenn auch mit Abstrichen - für die gesamte Qualifikationsphase im Grundkurs eingesetzt werden.

Methodische Gestaltung
Das erste Kapitel, das sich wie bereits erwähnt mit der Französischen Revolution befasst, ist ausschließlich als Projekt angelegt. Dies ist sicherlich im Interesse der angestrebten Förderung des eigenverantwortlichen Lernens sowie der Schüleraktivierung. Die zahlreichen, teilweise auch weniger bekannten Materialien sind für die Projektarbeit gut geeignet. Allerdings schränkt der völlige Verzicht auf Verfassertext und Arbeitsvorschläge die Verwendbarkeit im Unterricht ein. Manche der ausgewählten Quellen dürften für die Schülerinnen und Schüler ohne eine intensivere Unterstützung durch die Lehrkräfte kaum geeignet nutzbar sein, dies gilt beispielsweise für die auf Seite 51 angeführte Aussage Hegels: „Anaxagoras hatte zuerst gesagt, dass der nous die Welt regiert; nun aber erst ist der Mensch dazu gekommen zu erkennen, dass der Gedanke die geistige Wirklichkeit regieren solle.“ Auch stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, gerade das Anfangsthema komplett in Form eines Projektes zu gestalten, da sich die Schülerinnen und Schüler oftmals zu Beginn des Schuljahres in neu zusammengestellten Kursen wieder finden und sich an neue Lehrkräfte gewöhnen müssen. Generell erscheint es zielführender und zugleich abwechslungsreicher, die Methode der Projektarbeit an mehreren Stellen, dafür jedoch im Einzelfall weniger umfangreich einzusetzen.
Alle anderen Kapitel sind weitaus traditioneller aufgebaut. Den Verfassertexten und Materialteilen schließen sich Arbeitsvorschläge an, die explizit als Anregungen ausgewiesen sind. Als solche lassen sich die fast ausschließlich mit Operatoren formulierten Vorschläge gut nutzen. Die Anregungen zur eigenen Recherche sind jedoch teilweise für Schülerinnen und Schüler zu anspruchsvoll ausgefallen. Dies gilt beispielsweise, wenn Recherchen im Stadtarchiv zu „Zeugnissen der politischen Kultur der Kaiserzeit“ (S. 140) angeregt werden oder Zeitzeugenbefragungen zum Thema „Aufnahme und Integration von Heimatvertriebenen in der Bundesrepublik“ (S. 269) durchgeführt werden sollen.
Generell sind in den Verfassertexten zentrale Entwicklungen jeweils für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar dargestellt. Auch die zahlreichen Karten und Abbildungen erleichtern das Verständnis. Die Bilder handelnder Personen unterstützen im Unterricht die Arbeit mit Filmdokumenten, da die Schülerinnen und Schüler die jeweiligen Akteure besser (wieder )erkennen können. Methodisch erscheint es jedoch sinnvoll, bei der Bearbeitung der Verfassertexte sowohl den Materialteil als auch die Zeitleisten von Anfang an einzubeziehen, da sich die Sachverhalte so besser und vollständiger erschließen lassen. Leider sind die verwendeten Zeitleisten in manchen Kapiteln jedoch mit Daten und Ereignissen überfrachtet, so dass sie nicht immer strukturierend wirken. Hier wäre es sinnvoller gewesen, weniger Ereignisse aufzunehmen oder – wie in anderen Büchern praktiziert – die zentralen Daten gesondert hervorzuheben. Auch fällt auf, dass die Zeitleisten teilweise unterschiedlich gegliedert sind.
Es ist selbstverständlich, dass ein Buch zur neueren Geschichte nicht alle Themen in epischer Breite abhandeln kann. Dennoch wäre es wünschenswert gewesen, den nicht nur für die deutsche Geschichte elementaren Entwicklungen vom Beginn des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs mehr Platz einzuräumen. So erscheint es mehr als fraglich, dass eine Seite Verfassertext, zwei Fotografien und zwei kurze Quellen Ausmaß und Verlauf des Ersten Weltkriegs verständlich machen können. Dies gilt ausdrücklich nicht nur für Schülerinnen und Schüler. Diese zu stark komprimierte Form der Darstellung führt beispielsweise dazu, dass den Schülerinnen und Schülern der Schlieffen-Plan gänzlich vorenthalten wird und U-Boote als Kriegswaffen im Jahre 1917 regelrecht aus dem Nichts „auftauchen“. Die in diesem Zusammenhang sicherlich nicht unbedeutende Versenkung der Lusitania im Jahre 1915 und die diplomatischen Folgen bleiben den Leserinnen und Lesern verborgen. Auch ist es irritierend, wenn bei der Darstellung des Friedens von Brest-Litowsk weder der Name Lenin fällt, noch auf die besondere deutsche Rolle bei der Rückkehr Lenins hingewiesen wird.
Die Geringschätzung wesentlicher Teile der deutschen Geschichte zeigt sich weiterhin u. a. darin, dass der „Weimarer Republik“ kein eigenständiges Kapitel, sondern lediglich ein Unterkapitel in Kapitel 4 „Zwischen Demokratie und Obrigkeitsstaat“ gewidmet ist. Dazu passt auch, dass die zentrale Richtungsentscheidung zwischen parlamentarischer Demokratie und Räterepublik, die für Schülerinnen und Schüler oftmals schwer zugänglich ist, lediglich in zwanzig Zeilen Verfassertext und im Glossar „abgehandelt“ wird. Hier bietet die Vorgängerausgabe wesentlich mehr, insbesondere einen anschaulichen tabellarischen Vergleich. Auch für die weiteren Entwicklungen bleiben die Darstellungen leider sehr vage. Beispielsweise wird weder das Umfeld der Entstehung des Versailler Vertrages hinreichend dargestellt, noch wird klar ersichtlich, dass auch die Weimarer Republik Erfolge zu verbuchen hatte. Dieses jeweils in nur wenigen Sätzen zu thematisieren ist nicht ausreichend. Heute noch präsente Begrifflichkeiten wie „Bauhaus“ oder „Goldene 20er“ fehlen völlig. Auch dem Bereich der Reparationen wird zu wenig Beachtung geschenkt und die Bedeutung des Volkbegehrens gegen den Young-Plan ließe sich sicherlich stärker würdigen. Einzig der Bereich der Präsidialkabinette wurde unter Einbeziehung eines Schaubildes in Umfang und Tiefe oberstufengemäß behandelt.
Die Mängel in der Darstellung finden sich leider auch beim Thema Nationalsozialismus wieder. Die jeweiligen Unterkapitel behandeln die Entwicklungen zu oberflächlich und tragen nicht dazu bei, dass ein wirkliches Verständnis für die Zusammenhänge entwickelt werden kann. Exemplarisch zeigt sich dies, wenn die „Röhm-Affäre“ in nur wenigen Sätzen angesprochen wird, der „Tag von Potsdam“ lediglich anhand der Beschreibung einer Postkarte auftaucht, die Münchener Konferenz zur Nebensache „verkommt“ sowie die Ereignisse um den 20. Juli nur sehr knapp dargestellt werden und die anschließenden Prozesse vor dem „Volksgerichtshof“ nur in einer Bildunterschrift erscheinen. Hier ist die Chance vertan worden, diese für Schülerinnen und Schüler besonders interessanten Themen anschaulich zu machen. Auch wäre der Abdruck zentraler Quellen wünschenswert gewesen. Beispielsweise verweist der Verfassertext ausdrücklich auf die Bedeutung der „Reichstagsbrandverordnung“ und des „Ermächtigungsgesetzes“. Insofern drängt sich die Frage auf, warum nicht wenigstens ein Auszug aus einer dieser Quellen aufgenommen wurde. Gleiches gilt für die „Nürnberger Gesetze“. Dieses wäre sicherlich sinnvoller gewesen als die Information, dass man bis zum Kriegsbeginn in Deutschland noch „Jazz-Musik hören“ oder „Coca-Cola kaufen“ konnte (S. 204). Insgesamt muss man leider konstatieren, dass das Buch die Entwicklungen vom Ausbruch des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs in einer der Gymnasialen Oberstufe nicht angemessenen Form beschreibt.
Die Darstellung der Entwicklungen nach 1945 ist hingegen deutlich besser gelungen. Die Ereignisse und Zusammenhänge werden hier dem Leser abwechslungsreich und nahezu lückenlos näher gebracht. Geringfügige Mängel, etwa dass beim Zusammenschluss zur SED der Zwangscharakter etwas vernachlässigt wurde oder die Luftbrücke nur sehr kurz behandelt wird, sind durch zahlreiche und umfangreiche Informationen aus anderen Bereichen kompensiert.
Auch die letzten vier Kapitel widmen sich den jeweiligen Themen sehr eingehend und auf unterschiedlichen Ebenen. Zudem bieten sie immer wieder die Gelegenheit, Verknüpfungen zu aktuellen Ereignissen herzustellen. Die „Querschnittsthemen“ zur europäischen Integration und zum Thema Balkan bieten nicht nur eine Zusammenfassung bereits dargestellter Inhalte, sondern tragen gerade durch die Auswahl der Quellen zu einer multiperspektivischen Auseinandersetzung mit diesen Themen bei. Besonders der Materialteil zum Thema Islam, der insgesamt 20 Seiten umfasst, besticht durch eine reichhaltige Sammlung unterschiedlicher Quellen. Vor dem Hintergrund der gravierenden Mängel in anderen Bereichen stellt sich jedoch die Frage, ob hier nicht ein zu umfangreicher Schwerpunkt gesetzt wurde.

Fazit
Insgesamt bietet der neue Band „Neuzeit“ von „Geschichte und Geschehen“ über weite Teile eine gute Grundlage für den Unterricht. Hilfreich sind die zahlreichen hochwertigen Abbildungen und die oftmals gut ausgewählten Quellen. Die besonderen Stärken des Buches liegen sicherlich bei der Behandlung der Nachkriegsgeschichte und der etwas „ausgefalleneren“ Themen, etwa der Geschichte des Islam. Vermisst wird hingegen eine ausführliche Auseinandersetzung mit den Themen „Ende des Kaiserreichs“, „Weimarer Republik“ und „Nationalsozialismus“. Da diese Themen sowohl von den Lehrplänen gefordert werden als auch bei den Schülerinnen und Schülern oftmals auf großes Interesse stoßen, ist die Vernachlässigung dieser Inhalte sowohl unverständlich als auch ärgerlich. Für die Vorbereitung zum Abitur ist das Buch in diesem Bereich nicht geeignet. Hier wird man in der Unterrichtspraxis mit eigenen Materialien „nachbessern“ müssen, so wie dies auch bei anderen Büchern erforderlich ist.
Damit gibt es nach wie vor kein Lehrbuch, das für die komplette Qualifikationsphase als alleinige Grundlage ausreicht. Der hohe Anspruch der Verfasser, der zu Beginn dieser Rezension zitiert wurde, kann insofern nicht als erfüllt angesehen werden. Dennoch finden sich auch viele positive Aspekte, auf die bei möglichen Folgeauflagen sicherlich geeignet aufgebaut werden kann.